27. Juli 2009

Google Wave

Google begann als eine Suchmaschine, doch die Firma ist schon längst auch für andere Dienste bekannt. Google Maps/Earth, Youtube, Google Mail, Google Chrome. Dies sind nur die bekanntesten Dienste/Programme, die Liste liesse sich noch weit fortsetzen.
Nun entwickeln die Mitarbeiter von Google ein neues Werkzeug, dass die Kommunikation im Internet revolutionieren könnte. Die Idee dahinter war es, E-mail neu zu erfinden, mit den Mitteln, die heute zur Verfügung stehen. Heraus kam Google Wave. Grob beschrieben ist es eine Mischung aus Chat, Wiki und E-mail kombiniert mit APIs welche es ermöglichen, Wave um unvorstellbare Funktionen zu erweitern. Um das Ganze noch perfekt zu machen, wird das Projekt als Open-Source zur Verfügung stehen. Google weiss, dass dadurch andere Firmen eine Kopie der Plattform auf den eigenen Servern anbieten können und sie wollen es auch.
Das klingt alles wunderbar, doch wie sieht das Wunder denn aus? Die Entwickler präsentierten Wave auf der Google I/O 2009 im Mai diesen Jahres. Wer 80 Minuten nichts zu tun hat, kann sich die vollständige Präsentation hier ansehen, oder eine gekürzte zehnminütige Fassung darunter:



Google Wave verfügt im Wesentlichen über folgende Merkmale:

  • Nachrichten und Texte erstellen und versenden, ähnlich wie bei Mails.
  • Antworten zu Nachrichten Schreiben und auch fremde Nachrichten bearbeiten.
  • 1 zu 1 Übermittlung von Nachrichten, sprich der Empfänger sieht die Nachricht, während der Verfasser noch schreibt.
  • Übertragen von Dateien.
  • Alle Nachrichten und Dateien werden auf dem Server gespeichert.
  • Playback-Funktion: Zeigt, wie das aktuelle Dokument zustandegekommen ist.
  • Plugins & Robots: Intelligente Rechtschreibkorrektur, Übersetzung.
  • Kein Programm muss installiert werden: Google Wave läuft auf dem Browser.

Die Möglichkeiten die sich daraus ergeben sind dank der Erweiterbarkeit regelrecht unbegrenzt. Der dienst kann als Chat-Client verwendet werden, als auch um ein Dokument kollaborativ zu bearbeiten. Zudem hat es die Funktionalität eines privaten Wikis, denn jeder in einem Wave kann den Inhalt überarbeiten. Der Begriff Wave bezeichnet eine Instanz, in welche man beliebig viele Leute einladen kann und auch Robots. Alle diese Leute haben dann Zugriff auf dieses Wave und werden über Änderungen benachrichtigt, wie in einem Posteingang bei E-Mails.

Google Wave hat das Potenzial die alte E-Mail Technologie zu ersetzen. Dies ist keine einfache Sache, denn E-Mails gehören inzwischen zum Standard, jeder mit einem Internetzugang erhält automatisch eine E-Mail-Adresse. Das ist sehr wahrscheinlich der Grund, weshalb Google entschieden hat, das Projekt als Open-Source zu veröffentlichen. Denn nur wer ein Benutzerkonto bei einem Wave-Anbieter hat kann den Dienst auch nutzen. Welchen Anbieter man auswählt (sobald es denn mehrere gibt) ist egal, denn man kann auch mit Freunden “waven” welche bei einem anderen Anbieter angemeldet sind.

Noch befindet sich Google Wave in einer Geschlossenen Beta-Phase. Bisher haben nur ausgewählte Entwickler ein Benutzerkonto. Ende September 2009 will Google die ersten 100’000 Nicht-Entwickler Wave testen lassen. Wer Interesse hat, kann sich dafür Anmelden.
Das Projekt sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.
wave.google.com

von David Glenck

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