30. Juli 2009

Virtualbox für Einsteiger

virtualboxDie Computerwelt ist voller Betriebssysteme, von welchen es wiederum unterschiedliche Versionen gibt. Der Normalfall ist, dass man sich für ein einziges System entschiedet (oder es einfach beim Kauf erhält). In manchen Fällen wäre man jedoch froh, wenn man mehrere solcher Systeme gleichzeitig benutzen könnte, auf einem einzigen Computer. Das ist tatsächlich möglich und auf zwei arten Umsetzbar. Entweder man installiert die Betriebssysteme auf verschiedenen Partitionen, von welchen man beim Systemstart eine auswählt oder man benutzt eine virtuelle Umgebung. Das Problem im ersten Fall ist, dass der Computer neu gestarten werden muss um das Betriebssystem zu wechseln, dafür läuft es aber mit der bestmöglichen Unterstützung und Geschwindigkeit. Dieser Artikel befasst sich mit der zweiten Möglichkeit. Das Prinzip ist folgendes: Das Betriebssystem, welches für gewöhnlich benutzt wird ist der Wirt (Host). Darin installiert man eine Virtualisierungssoftware welche virtuelle Festplatten erstellt. Auf diesen wiederum werden dann beliebige andere Betriebssysteme Installiert. Der Vorteil ist, dass sich diese zusätzlichen Betriebssysteme (Gast) aus dem Wirtsystem starten lassen, die Systeme laufen also gleichzeitig.

Ein Beispiel für eine solche Virtualisierungssoftware ist Virtualbox. Es wurde von Sun Microsystems entwickelt und ist für die private Verwendung kostenlos und es gibt auch eine Open-Source Version. Virtualbox kann auf Windows, OS X, Linux und Solaris installiert werden, sprich praktisch jedes Betriebssystem kann als Host dienen.

Virtualbox mit zwei Gastsystemen

Virtualbox mit zwei Gastsystemen

Installation von Virtualbox

Die Installationsdateien findet man auf der offiziellen Seite von Virtualbox. In Ubuntu kann Virtualbox auch über die Paketquellen installiert werden. Man kann zwischen verschiedenen Versionen auswählen:
virtualbox-ose – Die Open-Soruce Version
virtualbox-3.0 – Die aktuelle Version mit PUEL (Personal Use and Evaluation License)
virtualbox-2.2 – die ältere Version
Bei der Wahl sollte man beachten, dass die virtualbox-ose noch keine USB-Anschlüsse für den Gast unterstützt. Wer diese Unterstützung braucht nimmt besser virtualbox-3.0.

Installation eines Betriebssystems

Um ein neues virtuelles Betriebssystem zu installieren, startet man Virtualbox und klickt dann auf “Neu”, dann auf “Weiter”. Nun muss man einen beliebigen Namen für das Betriebssystem eingeben und das Betriebssystem wählen, welches installiert werden soll. Als nächstes wählt man wie viel Arbeitsspeicher der Gast bekommt. Am einfachsten nimmt man die empfohlene Speichergrösse. Jetzt kann man eine virtuelle Festplatte auswählen, auf welcher man das System installieren möchte. Normalerweise hat man noch keine virtuelle Festplatte erstellt und wählt die Option Festplatte erzeugen. Mit einem Klick auf weiter erscheint ein neues Fenster. Das einzige was dort in den meisten Fällen geändert werden muss ist der Ort. Dort wählt man einen Ordner, wo man die virtuelle Festplatte speichern will, dabei ist zu beachten, dass diese 10-20GB Speicherplatz benötigen. Nun noch den Dialog abschliessen und die Virtuelle Maschine steht bereit. Zu diesem Zeitpunkt ist darauf aber noch kein Betriebssystem installiert. Um dies zu tun benötigt man eine Installations-CD des Systems und eine gültige Lizenz. Hat man diese in den Computer eingelegt muss man sie nur noch in das virtuelle System einbinden. Dazu wählt man die neu erstellte virtuelle Maschine und klickt auf Ändern-> CD/DVD-ROM-> CD/DVD-Laufwerk einbinden -> CD/DVD-Laufwerk des Hosts.
Danach startet man die Maschine mit einem Doppelklick. Die Installations-CD wird gelesen und die Installation verläuft gleich, wie wenn man das Betriebssystem direkt auf einen Computer installiert. Der Gast “weiss” gar nicht, dass er in einer virtuellen Maschine ist.
Weil der Gast nicht weiss das er ein Gast ist, verhält er sich wie der Wirt. Um dies zu ändern kann man die Gasterweiterung installieren. Dies tut man über Geräte -> Gasterweiterung installieren… Dadurch wird eine CD-Image heruntergeladen und in die virtuelle Maschine eingebunden. Im Gast erscheint diese dann im CD-Laufwerk. Hat man die Gasterweiterung installiert, kann man die Fenstergrösse des Gasts beliebig verändern und auch den integrierten Modus verwenden, in welchem der Wirt und der Gast praktisch verschmelzen. Ausserdem wird der Mauszeiger nicht mehr vom Gast gefangen genommen und der Austausch von Dateien wird möglich.

Dateien austauschen

Der Gast befindet sich in einem abgeschlossenen System, weshalb es nicht auf die Dateien des Wirts zugreifen kann (und auch nicht umgekehrt). Um trotzdem einen Datenaustausch zu ermöglichen gibt es gemeinsame Ordner. Um einen neuen solchen Ordner einzurichten geht man unter Ändern->Gemeinsame Ordner und fügt dort einen neuen Ordner hinzu. Dort wählt man, wo sich dieser Ordner beim Wirt befinden soll und den Namen des Ordners. Damit der Gast auf diesen Ordner zugreifen kann muss er ihn als Netzwerklaufwerk einbinden. In DOS-artigen Gastsystemen (Windows) öffnet man dazu ein Konsolenfenster über Start->Ausführen…->”cmd” und gibt folgenden Befehl ein:

net use z: \\vboxsvr\Ordnername

hat man Linux als Gast, öffnet man ein Terminal und führt dies aus:

mount -t vboxsf Ordnername /media/Ordnername

“Ordnername” muss dabei durch den Namen ersetzt werden, den man dem gemeinsamen Ordner gegeben hat. Nun können beide Betriebssysteme auf den Ordner zugreifen.

Weiterführende Links

Dieser Artikel beschränkt sich auf den Einstieg in Virtualbox. Für weiterführende Informationen helfen diese Links:
Offizielle Homepage von Virtualbox (engl.)
Ausführliches Benutzerhandbuch (engl.)
Hilfe zu Virtualbox mit Ubuntu als Wirtsystem

von David Glenck

IT + Kommentieren

Kommentare