11. August 2010

Der mysteriöse Tod des Laptop

Es scheint eine unumstrittene Tatsache zu sein, dass Elektronische Geräte aller Art, insbesondere teure, genau so lange funktionieren, wie die Garantie dauert und kaum ist diese abgelaufen, gehen sie kaputt. Fast wäre es mir heute ebenfalls so ergangen.

Das Problem

Es begann heute Morgen, als ich nur schnell meinen Laptop starten wollte. Ich drückte den Einschaltknopf, die Media-Buttons leuchteten auf, das CD-Laufwerk machte das übliche Geräusch, der Lüfter setzte sich in Bewegung und dann nichts mehr. In diesem Moment hatte ich noch geglaubt, ein weiterer Versuch könnte helfen. Dem folgten weitere zwanzig oder fünfzig Versuche und immer gab das Gerät den Geist auf, noch bevor es den Bildschirm starten konnte. Zwar nicht immer zum selben Zeitpunkt, aber immer bevor der Bildschirm angehen konnte.
Es war der Moment gekommen, an dem Ich merkte, dass es so nicht funktionieren konnte und ich stellte ebenfalls fest, dass ich kaum etwas tun konnte, ausser den Einschaltknopf zu drücken. Akku raus, Akku rein es blieb das selbe Problem. Und dann kam der Moment des Nachrechnens: Den Laptop hab ich zum siebzehnten Geburstag bekommen, vor kurzem bin ich zwanzig geworden, das bedeutet, die auf 3 Jahre verlängerte Garantie war gerade abgelaufen.
Weil meine Möglichkeiten wie gesagt sehr beschränkt waren, beschloss ich, die Festplatte herauszunehmen. Den Prozess kannte ich schon, da der Laptop bereits einmal versagte (Mainboard musste ersetzt werden) damals war gerade 1 Jahr seit dem Kauf vergangen und die übliche Garantie wäre gerade abgelaufen. Ich nahm die Festplatte heraus, öffnete den Heim-PC und schloss die Platte über einige Kabel (SATA und so weiter) an. Das ermöglichte es mir in erster Linie zu prüfen, ob die Festplatte noch in Ordnung war und so ganz nebenbei konnte ich das versäumte Backup nachholen.

Die Lösungssuche

Zeitgleich suchte ich im Internet nach einer Lösung für mein Problem. Die Chancen etwas zu finden schätzte ich auf 30%. Suchworte wie: “Laptop startet nicht mehr” kamen nicht ganz an mein Problem heran. “HP Pavillion startet nicht mehr” war da schon vielversprechender. Genau genommen war es ein Volltreffer. das Erste Suchergebnis beschrieb ein Problem, das meinem in etwa ähnlich sah. ich sah nach, ob eine Lösung dafür gefunden wurde und tatsächlich schien einer der Lösungsvorschläge (der erste und einzige) auf zahlreich positive Resonanz zu stossen. Ich wartete nur noch, bis das Backup der Platte abgeschlossen war, steckte sie zurück in den Laptop schraubte alles zu und folgte den Anweisungen im Forum.
1. Akku heraus nehmen
2. Netzstecker heraus nehmen (Strom weg)
3. 3 Minuten lang den Einschaltknopf gedrückt halten.
4. Strom wieder anschliessen
5. Laptop starten
Mir ist bewusst, dass es völlig unwahrscheinlich klingt, das so etwas helfen könnte, aber meine alternative wäre gewesen, das Ding in die Reparatur zu schicken, also versuchte ich es zumindest einmal. Weil ich ein ungeduldiger Mensch bin, hielt ich den Einschaltknopf nur etwa 15 Sekunden gedrückt.
Das Ergebnis war verblüffend und auf eine Art beängstigend. Es funktionierte.
Noch im selben Moment überlegte ich mir, wie viel Stress mir das gerade erspart hatte. Zur Reparatur bringen, wieder abholen und das ganze auch noch bezahlen!

Die Erklärung

Natürlich war es keine übernatürliche Kraft, die den Laptop plötzlich wieder zum leben erweckte. Eine plausible Erklärung dafür steht ebenfalls im Forum, in dem ich die Lösung fand. Das drücken des Einschaltknopfes ohne Stromzufuhr hat bewirkt, dass sich die Bauteile, welche statisch aufgeladen waren, entladen konnten. Dieses Problem scheint besonders bei Laptops von HP aufzutreten. Falls dieser Tipp dennoch nicht funktionieren sollte, liegt wahrscheinlich tatsächlich ein Hardwareschaden vor.
Warum das Problem plötzlich auftauchte, weiss ich nicht und es bleibt zu hoffen, dass es in Zukunft nicht öfters auftritt.

von David Glenck

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